Wie magische Worte und fantastische Geschichten unser Leben verändern

Wie magische Worte und fantastische Geschichten unser Leben verändern

Magische Worte und fantastische Geschichten begleiten uns unser ganzes Leben lang. Bereits als kleines Kind hörst Du Geschichten, die Du vielleicht spannend findest, die Dich vielleicht  traurig oder wütend machen. Wie oft hast Du bei einer guten Geschichte mitgefiebert, hast gehofft, dass sie ein gutes Ende nimmt?
Wie oft hast Du Dir gewünscht, dass der Held oder die Heldin der Geschichte alle Situationen erfolgreich meistert, alle Schätze bekommt, den Prinzen oder die Prinzessin heiraten darf? Was ist denn das besondere an Geschichten? Ich glaube, dass Geschichten nur deswegen so besonders sind, weil wir Menschen eine ganz besondere Fähigkeit haben, nämlich Fantasie zu haben und sich Geschichten als Bilder oder sogar Filme vorzustellen.

Welche Geschichten gefallen Dir persönlich denn am Besten? Die, die gut ausgehen und wo der Junge oder das Mädchen zum Helden oder zur Heldin wird? Das Schöne an Geschichten ist, dass sie uns dabei unterstützen können, dass wir auf unserem Lebensweg auch zum Helden/zur Heldin unserer eigenen Geschichte werden können.
Denn alles, was wir uns vorstellen können, was wir vor den inneren Augen sehen, vor den inneren Ohren hören können, kann zum Teil unserer Geschichte werden. Es gibt eine Vielzahl von Geschichten bzw. auch Filmen, die alle nach dem gleichen Schema aufgebaut sind. Vielleicht kennst Du ja einige davon:

  • Star Wars Filme
  • alle Filme von Walt Disney
  • alle Dir bekannten Märchen und Fantasiegeschichten
  • nahezu alle Geschichten, die Du überhaupt kennst

Wie sieht das Schema dieser Geschichten aus? Ich erkläre es Dir gerne. Die sogenannte Heldenreise wurde vor allem von einem Mann erforscht. Dieser Mann heißt Joseph Campbell. Es gibt über ihn und die Heldenreise ganz viel zu erzählen, ich zeige Dir hier aber nur sein Model bzw. die einzelnen Schritte, die ein Held bzw. eine Heldin auf seiner/ihrer Reise geht. Anhand eines Beispiels verstehst Du bestimmt ganz schnell, wie gute Geschichten aufgebaut sind.

  1. Die gewohnte Welt: Stell Dir einmal vor, dass Du ein ganz normales Leben führst. Du wohnst vielleicht in einer Wohnung oder einem Haus, gehst zur Schule, hast Freunde, hast Hobbys. Es ist halt ein ganz normales Leben, so, wie es für Dich gerade okay ist…
  2. Der Ruf: Mit dem Ruf ist eine Veränderung gemeint, die plötzlich in Dein Leben kommt. Vielleicht bekommt Deine Mama ein neues Baby, vielleicht zieht ihr um, vielleicht passiert aber auch etwas, was sich für Dich anders anfühlt, als bisher… Der Ruf kann also in unterschiedlicher Art und Weise auftreten und will immer verfolgt/erhört werden.
  3. Die Verweigerung des Rufs: Irgend etwas in Dir wehrt sich dagegen, dem Ruf zu folgen. Du weigerst Dich, diese Chance zu nutzen, Du weigerst Dich, sie oder ihn anzusprechen. Vielleicht aus Angst, vielleicht aus einem ganz anderen Grund.
  4. Der Mentor/die Mentorin: Und dann kommt ein Mentor bzw. ein Mentorin in Dein Leben. Er oder Sie ist dafür da, Dich auf Deinem Weg zu begleiten, zu ermutigen und zu unterstützen. Der Mentor oder die Mentorin kann ein guter Freundes/eine guten Freundin sein oder Deine Eltern, Großeltern, Lehrer oder eine Dir fremde Person.
  5. Überschreiten der Schwelle: Mit Hilfe des Mentors fühlst Du Dich nun mutig genug, die erste Schwelle zu überschreiten/ den ersten Schritt zu gehen. Diese Schwelle kann z. B. eine Kraft sein, die Dich bisher davor zurückgehalten hat, diesen Schritt zu gehen, vielleicht ist die Schwelle auch eine Angst vor dem, was kommt.
  6. Feuerprobe, Freunde und Feinde: Nach dem nun die ersten Schwelle überschritten ist, wirst Du unterschiedlichste Dinge erfahren. Vielleicht lernst Du neue Freunde kennen, vielleicht kreuzen neue oder alte Feinde Deinen Weg, vielleicht wirst Du eine Feuerprobe machen.
  7. Tiefpunkt der Reise: Deine Reise ist an einem Tiefpunkt, an einer großen Hürde, an einem spannenden Punkt angelangt. Es ist nicht mehr weit bis zur größten Prüfung auf diesem Weg.
  8. Entscheidende Prüfung: In vielen Filmen ist mit der entscheidenden Prüfung ein großer Kampf gemeint. Das kann ein Kampf gegen einen übermächtigen Gegner sein. Dieser Gegen kann auch ein Gegner in Dir drin sein (z. B. Deine allergrößte Angst).
  9. Belohnung: Du hast den Kampf gewonnen. Der Sieg ist Dir gewiss. Nun ist es an der Zeit, die Belohnung zu erhalten. Welche Form die Belohnung hat, ist nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich. Du wirst jedoch wissen, was die Belohnung ist.
  10. Die Rückkehr: Du machst Dich auf den Rückweg.
  11. Die Verwandlung: Die bisherige Reise mit all Deinen Erfahrungen und Erlebnissen hat Dich verändert. Du bist zu einem anderen Menschen geworden, bist an dem gewachsen, was Du erlebt hast.
  12. Held/in zweier Welten: Und wirst mit den Erfahrungen aus Deiner Reise und den Erfahrungen aus Deinem bisherigen Leben zur Heldin/zum Helden zweier Welten (der alten, Dir bekannten Welt und der neuen Welt, in der Du ein/e Held/in bist). Deine eigene Heldenreise hat Dich zu diesem Meister/dieser Meisterin gemacht.

Und, erkennst Du diese Schritte wieder? Das Schöne an diesem Model ist, dass es auch für Deine eigene Reise super funktioniert. Vielleicht verspürst Du schon einen Ruf nach Veränderung? Dann ist es Zeit für den Mentor oder die Mentorin. Wenn Du Fragen zu der Heldenreise hast, dann melde Dich gerne bei uns. Es grüßt das POTENZIAL VORAUS Team

Verdinand WAL´s Geschichte vom Mut zu Veränderungen

Verdinand WAL´s Geschichte vom Mut zu Veränderungen

Hallo Kinder,
hier schreibt Euer Verdinand-WAL.

In meiner heutigen Geschichte geht es um Angst und es geht um Mut. Es geht aber vor allem um Veränderungen. Weißt Du, was das Wort Veränderung bedeutet? Magst Du es mal Deinen Eltern oder mir erklären, bevor Du weiterliest?

Ich erzähle Euch jetzt meine Geschichte von Max, seiner Angst vor Veränderungen und dem Mut, den er dann trotzdem gefunden hat. Denn Max hat festgestellt, wie toll Veränderungen tatsächlich sein können.

Es war vor einiger Zeit… …
als ich ganz entspannt meine Runden durch die Nordsee schwamm. Die Nordsee gefällt mir von allen Meeren am Besten, denn sie hat oft so schöne hohe Wellen. Während ich also so schwamm und schwamm und tauchte und mich dabei total entspannte, entdeckte ich am Strand einen Jungen. Der Junge saß auf dem Sand und weinte.

Oh, braucht der Junge dort vielleicht meine Hilfe? dachte ich, und schwamm bereits, ohne lange nachzudenken, auf ihn zu. Am Strand angekommen, hüpfte ich aus dem Wasser und bewegte mich auf den Jungen zu, der mich aus seinen verweinten Augen traurig und gleichzeitig ganz neugierig anschaute.
„Hey Du, mein Name ist Verdinand. Wie heißt Du denn und wieso weinst Du so?“ fragte ich den Jungen. „Hallo, ich bin Max. Wir sind gerade aus Bayern hergezogen und ich fühle mich so schrecklich alleine.“ sagte der Junge.
„Wieso fühlst Du Dich denn so  alleine?“ wollte ich wissen. „Naja, wir wohnen hier schon ein paar Wochen und ich habe noch niemanden kennengelernt und habe Angst, dass das so bleibt.“ antwortete Max ganz traurig. „Aber jetzt bist Du doch gar nicht mehr alleine, ich bin doch jetzt da.“ sagte ich zu ihm „Und es ist auch kein Zufall, dass ich jetzt hier bin.“ Max schaute mich ganz erstaunt an „Wie meinst Du das, Verdinand?“

Okay, jetzt erzähle ich einem weiteren Menschenkind, wie das mit Veränderungen und dem Vertrauen in den eigenen Lebensweg funktioniert, dachte ich und setzte mich neben Max auf meine Flosse. „Pass auf, ich erzähle Dir das mal. Jeder Mensch, egal ob jung oder alt, erlebt im eigenen Leben ganz viele Veränderungen. Mal sind es schöne Veränderungen, mal nicht so schöne, manchmal lassen sich Veränderungen planen, manchmal aber kommen sie ganz plötzlich und unvorhergesehen.

Das tolle bei Euch Menschen ist, dass ihr bei jeder Veränderung entscheiden könnt, ob ihr bei einer Veränderung traurig oder ob ihr neugierig seid.“ sagte ich. „Ich bin einfach nur traurig. Ich war schon traurig, als meine Eltern mir gesagt haben, dass wir umziehen und ich meine Freunde nicht mehr wiedersehen werde. Auch meine ganzen Hobbies kann ich nicht mehr machen und auch sonst ist alles total doof.“ Max begann wieder zu schluchzen.

„Ich glaube, ihr Menschen seid so traurig, weil ihr nicht wisst, was durch eine Veränderung passieren wird. Euch gibt das Gewohnte, die Rituale und Routinen mit der Familie, mit Freunden und in der Schule, irgendwie Vertrauen. Eine Veränderung bedeutet ja, dass etwas im Leben anders wird. Es bedeutet aber auch, dass das, was ich vorher kannte und worauf ich mich verlassen konnte, nicht mehr so ist, wie es einmal war. Ich bin ja kein normaler WAL sondern ein Veränderungs-WAL, und ich glaube fest daran, dass wir jeder Veränderung total vertrauen können, denn wir alle haben ja ein glückliches und zufriedenes Leben verdient, oder was meinst Du dazu?“ fragte ich den kleinen Max.

„Ich denke schon.“ antwortete er. „Wenn also jede Veränderung, egal welche, auch immer etwas Gutes mit sich bringt, dann können wir ja darauf vertrauen, dass unser Leben nach der Veränderung mindestens so toll, wie vor der Veränderung wird, wenn nicht sogar besser.“ sagte ich voller Leidenschaft.

Während Max und ich uns unterhielten, kamen einige Kinder an den Strand gelaufen und spielten Fußball. Max erkannte einige der Kinder als seine Klassenkameraden.
Als sie mich sahen, blieben sie kurz erstaunt stehen, rannten dann aber umso schneller auf uns Beide zu. „Max, Max, hier bist Du!“ rief ein Mädchen „Wir waren bei Dir zu Hause und wollten Dich zum Spielen abholen. Deine Eltern haben erzählt, dass Du ganz alleine zum Stand gegangen bist. Hast Du geweint?“ Max war es ein wenig unangenehm, aber dann sagte er mutig „Ja, ich habe geweint, weil ich mich nach unserem Umzug ganz einsam gefühlt habe. Jetzt fühle ich mich aber schon sehr viel besser und alleine fühle ich mich auch nicht mehr.“ sagte Max und stand auf. „Ich danke Dir sehr, Verdinand, dass Du mir geholfen hast und vor allem, dass Du jetzt mein Freund bist“. „Das bin ich“ sagte ich und sah zu, wie Max mit den anderen Kindern den Ball über den wundervollen Nordseestrand schoss.

Ich bewegte mich langsam ins Wasser zurück. Dort angekommen, schwamm ich, stolz über die Veränderung von Max, ins weite Meer hinaus.  Ab jetzt lasse ich jede Veränderung auf mich zukommen. Ich bin gespannt, was mich alles noch auf meinem Lebensweg erwartet. Vor allem bin ich auf das nächste Menschenkind gespannt, das meine Hilfe braucht und über das ich eine Geschichte erzählen kann…

Liebe Kinder, manchmal fühlen sich Veränderungen total doof an. Manchmal sind wir auch wegen einer Veränderung richtig traurig und weinen auch. Es ist völlig okay und auch richtig wichtig, dass wir weinen, wenn uns danach ist. Es ist aber ebenso wichtig, dass jede Veränderung auch eine Chance bietet. Max hat zum Beispiel neue Freunde gefunden und lernt jeden Tag ein wenig mehr, dem Leben zu Vertrauen. Wenn Du eine Frage hast, dann schreib mir gerne.

 

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